Startseite > Bildung > Kindergärten > Tilsiter Weg > Lebens- und Bildungsraum

Lebens- und Bildungsraum

Bewegungserziehung

Turnen Grafik

Kinder begreifen die Welt durch Bewegung und schulen dabei Koordination, Gleichgewichtssinn, Konzentration, räumliches Vorstellungsvermögen, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Je mehr motorische Erfahrungen ein Kind sammelt und übt, desto leichter fallen ihm auch feinmotorische Tätigkeiten.
Der Raum für freie selbstbestimmte Bewegungserfahrungen wird immer kleiner. Um negative Folgen von Bewegungsmangel zu vermeiden, ist es für die gesunde Entwicklung der Kinder wichtig, zielgerichtete Bewegungsanlässe zu initiieren. In unserer Einrichtung turnen wir wöchentlich in altershomogenen Gruppen mit den Kindern. Ziel dabei ist die Förderung der körperlichen Aktivität. Die Kinder lernen auf spielerische Art, ihre Fähigkeiten einzuschätzen und natürlich auch auszubauen. Bewegungsspiele und sportliche Übungen dienen u.a. dazu, das Miteinander zu fördern, denn Sport in der Gruppe macht Spaß. So wird auch das Sozialverhalten durch einfache Regeln geübt. Im Vordergrund steht jedoch immer die Freude an der Bewegung. Gemeinsames Turnen stärkt auch das Selbstwertgefühl. So lernen die älteren Kinder bei sportlichen Spielen auch Niederlagen zu verkraften oder sich über Siege oder anderes Geschafftes zu freuen. Darüber hinaus werden wichtige Grundbewegungsarten trainiert sowie die Muskulatur gestärkt, was wiederum zu einer guten Haltung führt und dazu noch das Unfallrisiko senkt. Sportliche Betätigung fordert überdies das Gehirn, da sehr viele verschiedene Sinne angesprochen werden. Außerdem stärkt sie das Herz- und Kreislaufsystem und beugt so gesundheitlichen Schäden vor.
Auch die Bewegung an der frischen Luft ist fester Bestandteil des Kindergartenalltags. Natur- und Wandertage oder tägliche Aufenthalte im Außenbereich sind als zusätzliche Maßnahme zu verstehen. Außenspielgeräte bringen ebenso Trainingseffekte und machen Laune. Positive Effekte für die Gesundheit gibt es nebenbei, weil man die Anstrengung weniger merkt. Die Kinder verbessern ihre Alltagsmotorik und erweitern ihr Bewegungsrepertoire. Im Kindergartenbereich werden auch häufig Spiele und Übungen, die Sprache, Musik und Bewegung miteinander kombinieren, durchgeführt. Reime, Fingerspiele oder Lieder, zu denen sich die Kinder bewegen, sprechen verschiedene Sinne an.
I. Deuschle

Miteinander essen, dass kann schön sein!

In unserer Tageseinrichtung für Kinder bieten sich viele Gelegenheiten für gemeinsame Mahlzeiten: anlässlich Geburtstagen oder anderen Festen, das gemeinsame Vesper am Vormittag, für manche das warme Mittagessen oder das 2. Vesper um 12 Uhr. Die festen Essenszeiten geben dem Tag Struktur. Regeln und Rhythmus sind von großer Bedeutung und geben den Kindern Halt. Wichtig ist uns dabei ein gemeinsamer Start. Die Kinder fangen nicht einfach an irgendwann zu essen, sondern erleben gemeinsam die Mahlzeit. Dazu gibt es verschiedene Formen des Anfangsrituals (entweder ein Tischlied, -spruch oder ein -gebet). Zu Tisch sitzen ist eben mehr als Nahrungsaufnahme, es verbindet alle Anwesenden, hat eine wichtige soziale Funktion und ist für Zusammenhalt und Kommunikation unentbehrlich. Es ist Gelegenheit zum Austausch und tut somit auch der Sprachentwicklung gut. Wir fühlen: wir gehören zusammen und stärken uns gemeinsam. Es schmeckt zudem besser, wenn man nicht alleine am Tisch sitzt und die Chance, etwas Neues zu probieren, ist in der Gemeinschaft ebenfalls höher. Da es keine starre Sitzordnung gibt, ergeben sich immer wieder neue Gruppierungen . Natürlich lernen die Kinder dabei auch gute Tischmanieren, sowie den richtigen Umgang mit Besteck. Oft lesen wir gegen Ende der morgendlichen Vesperzeit eine Geschichte vor, was den „schnelleren“ Kindern erlaubt, bis zum gemeinsamen Ende sitzen zu bleiben und den langsamen Essern in Ruhe zum Ende zu kommen. Anschließend räumen alle selbstständig ihr benutztes Geschirr ab. Auch einen „Tischdienst“ (bestehend aus zwei Kindern) gibt es bei uns, der Getränke (Mineralwasser und ungesüßten Tee) auf den Tischen verteilt und diese nach dem Essen abwischt. Es ist leider etwas aus der Mode gekommen, in der Familie zusammen die Mahlzeiten einzunehmen. Doch ein gemeinsames Essensritual kann auch Liebe, Sicherheit und Nähe vermitteln – alles, was für die gesunde Entwicklung eines Kindes wichtig ist. Dabei kann jeder erzählen, was er so erlebt hat oder was einen beschäftigt. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wenigstens einmal am Tag sollte sich die Familie beim Essen treffen und sich dazu Zeit nehmen, denn in der Runde lernt man zu genießen, was wiederum sensibel macht für die schönen Dinge des Lebens.
I. Deuschle

Bedeutung von Fingerspielen

Fingerspiele

Fingerspiele sind ein altes Kulturgut, ähnlich den Märchen. Sie entstanden zuweilen, wenn Großeltern und Eltern die Kinder beobachteten, wie diese als Babys ihre Hände und Finger betrachteten. Da die Weitergabe meist mündlich erfolgte, ist der Verfasser häufig unbekannt. Sprache, Denken und Bewegung sind eng miteinander verbunden. Fingerspiele sind wichtig zur Körpererfahrung; auch Körperkontakt wird so aufgenommen. Kontaktaufnahme wiederum geht mit Zuwendung einher. Sie werden gerne zum Trösten eingesetzt, bringen Entspannung, können Unruhe und Aggression abbauen. Außerdem fördern sie die Koordination und Konzentration, sowie das Denk- und Erinnerungsvermögen und die Kreativität (Kinder können auch selbst Bewegungen erfinden). Des Weiteren können Fingerspiele zum Dichten und Reimen anregen, sind somit auch ein wichtiger Teil der Sprecherziehung.  Wichtig bei Fingerspielen ist die Rhythmik in der Sprache, deutliches Sprechen, angepasstes Tempo und die Bewegungen dürfen nicht zu kompliziert sein. Ein bisschen Farbe verwandelt Finger in selbstständige Wesen. Auch die Hände oder gar der ganze Körper können dabei eingesetzt werden.
I. Deuschle

Sprechgesang Fingerspiel
Fünf Finger sitzen dicht an dicht,
Sie wärmen sich und frieren nicht.
Daumen ist in der Faust eingeschlossen
Der erste sagt "ich will jetzt geh´n", Zeigefinger wird ausgestreckt
der zweite sagt "Auf Wiederseh´n!" Mittelfinger kommt dazu
Der dritte hält´s auch nicht länger aus, Ringfinger ebenfalls
der vierte geht zur Tür hinaus. Der kleine Finger streckt sich auch
Der fünfte ruft "He, Ihr! Ich frier!" Der Daumen wackelt
Da wärmen ihn die ander´n vier. Ausgangsstellung

Komm mit ins Zahlenland

Ein Förderkonzept zur frühen mathematischen Bildung von Dr. Gerhard Friedrich

Zahlenland

Mit diesem Projekt wollen wir die Zahlen lebensnah in die Welt der Kinder einbetten und mit allen Sinnen erfahren.
Alle folgenden entwicklungspsychologischen Grundlagen wie Motorik, Merkfähigkeit, Wahrnehmung, ganzheitliches Lernen, Sprachkompetenz, soziale Kompetenz , sowie Emotionalität adressiert das Zahlenland-Konzept.
Das Ziel ist die Entwicklung und Evaluierung dieses Konzepts, das den Zahlenraum 1-10 sowohl in die Lebenswelt der Kinder, als auch in die pädagogische Arbeit im Kindergarten, einbindet.
Deshalb heißt Mathematik im Kindergarten:

  • Natürliche Neugier an Zahlen und Wissbegierde aufgreifen und befriedigen
  • Altersgerecht und spielerisch mathematische Grundkenntnisse vermitteln
  • Schlüsselkompetenzen vermitteln ( Sprache, Konzentration, Wahrnehmung, Gedächtnis, Ausdauer, Rhythmik und Motorik)
  • Ein Stück weit Prävention von Dyskallkulie (Rechenschwäche)
  • Gute Startchancen für die Schule

Nach der bereits erfolgten Durchführung des Würzburger Trainingsprogramms, werden nun neben den Buchstaben die Zahlen einen großen Stellenwert im Kindergarten einnehmen.
U. Leiser

Eingewöhnung

Das ganze Jahr hindurch ist es für die eine oder andere Familie soweit und für ihr 2- oder 3jähriges Kind kommt der erste Kindergartentag. Das ist für alle ein großer Schritt: Für das Kind, die Eltern und die Erzieher. Ein sanfter Übergang von der Familie in den Kindergarten ist deshalb wichtig und wird gut vorbereitet. Die Eingewöhnungsphase verläuft in mehreren Abschnitten. Am Anfang steht die Zusammenarbeit mit den Eltern. In einem persönlichen Gespräch mit der Erzieherin werden wichtige Informationen über die Kindergartenarbeit und über das Kind ausgetauscht. Die Eltern kennen ihr Kind am besten und deshalb kann in der Eingewöhnungsphase nicht auf Elternbegleitung verzichtet werden. Ein Schnupperbesuch ermöglicht es dem Kind seinen Kindergarten kennen zu lernen und einen ersten Kontakt zur Erzieherin aufzunehmen. Die Erzieherin wird das Kind in der Anfangsphase als erste Bezugsperson und Ansprechpartnerin begleiten. Grundsätzlich ist immer eine zeitliche Staffelung der Aufnahme von neuen, einzugewöhnenden Kindern sinnvoll. Davon profitieren alle Beteiligten: Das Kind, die Eltern, die Erzieherin, sowie nicht zuletzt auch die anderen Kinder in der Gruppe. Schließlich verminderte sich für sie, die Aufmerksamkeit und die Zeit der Erzieherin und das müssen sie aushalten. Eine stabile Beziehung zur Erzieherin kann nur allmählich aufgebaut werden. Dies ist am ehesten gewährleistet, wenn die Gewöhnung an die neue Umgebung, die anderen Kinder und die Erwachsenen langsam und unter Begleitung der Eltern vonstatten geht. Durch enge Kooperation sollen die Belastungen für das Kind verringert werden und andererseits fördert es die Zusammenarbeit zwischen Erzieher und Eltern. Ein wichtiger Schritt zum Gelingen einer Eingewöhnung unternehmen die Eltern, indem sie dem Kind schon früh die Möglichkeit geben „Trennung „ zu üben. Die Großeltern, ein Babysitter oder Freunde können schon ein kleines Kind betreuen. So hat das Kind Erfahrung, kann sich von anderen versorgen und trösten lassen und was ganz wichtig ist, es weis: „Mama holt mich wieder ab“. Für die Kinder kommt viel Neues auf sie zu: Fremde Umgebung, die Erzieherin, viele Kinder (der damit verbundene Geräuschpegel ist nicht zu unterschätzen) und natürlich die Trennungssituation! Ein Start über die Dauer von 1-3 Stunden (je nach Alter des Kindes) ist für neu aufzunehmende Kinder einfacher zu bewältigen. Mittagessen und verlängerte Betreungszeiten stellen sonst eine zusätzlich belastende Situation dar. Andererseits ist es jedoch wichtig, dass sie jeden Tag kommen, denn dadurch erhöht sich die Vertrautheit mit der Erzieherin, den Kindern und der Umgebung. Je jünger die Kinder sind umso mehr Elternbegleitung brauchen sie. Eltern sollten dies berücksichtigen, wenn sie einen Einstieg in den Beruf planen. Bei aller Theorie sind dann da auch noch die Kinder mit ihren ganz unterschiedlichen Temperamenten und Stimmungen. Doch die Beobachtung, dass sich die neuen Kinder in der Einrichtung dann zunehmend wohlfühlen, dass sie sich dort frei und froh bewegen, ist dann die Anerkennung für die Mühen, die eine gelungene Eingewöhnung mit sich bringt.
G.Peterhoff

Planung im Kindergarten

Es ist gemeinsame Aufgabe von Familie und Kindergarten, das Kind „auf das Leben vorzubereiten“ und das beinhaltet auch, es auf das Leben und die Anforderungen in der Schule vorzubereiten. Dabei hat der Kindergarten einen eigenständigen Erziehungs – und Bildungsauftrag. Bis zur Einführung des Orientierungsplanes hatte die Erzieherin selbst die Entscheidung über Bildungsinhalte und Themen, da es im Gegensatz zur Schule keinen Lehrplan gab. Nun gibt es Entwicklungsfelder, deren Förderungsbereiche, ihre Auswahl, Anordnung, Reihenfolge und Begründung wiederum der Planung durch die Erzieherin unterliegen.
Im Elementarbereich gibt es keine vorgeschriebenen Zeiteinheiten wie in der Schule (45 Minuten-Stunden, Stundenplan), d.h. die Erzieherin entscheidet selbst, in welchem Zeitrahmen sie vorausschauend plant. Es gibt keine vorgeschriebene Materialausstattung, d .h. die Erzieherin muss überlegen, wie sie vorhandenes Material methodisch einsetzen kann , muss beurteilen und sich dabei laufend weiterbilden , um aus der Fülle des auf dem Markt befindlichen Angebots sinnvoll auswählen zu können. Oder sie improvisiert mitunter schlichtweg. Dieser freie Rahmencharakter bietet die Möglichkeit, nicht Vorhersehbares, aus konkreten Ereignissen oder sich spontan entwickelnde Neigungen und Tätigkeiten der Kinder aufzunehmen, weiterzuentwickeln und zum Ausgangspunkt für Aktivitäten der Gruppe zu machen. Die Planung jedes pädagogischen Handelns geht einerseits von den Bedürfnissen der Kinder der altersgemischten Gruppe aus. Die Erzieherin muß die Ausgangslage jedes Kindes in Erfahrung bringen. Ihre pädagogischen Überlegungen gehen dann von der Frage aus, welche Bedürfnisse für welche Kinder augenblicklich oder längerfristig bedeutsam sind und durch welche Angebote sie die Kinder in der Entwicklung voranbringt. Dies erfordert notwendigerweise die vorherige Beobachtung jedes Kindes ( während des Freispiels, im Garten, bei gezielten Angeboten ... ) und ergänzend dazu Gespräche mit Eltern und Mitarbeiterinnen. Pädagogisches Handeln geht von klaren Zielvorstellungen aus.
Erziehungsziele werden aber nicht nur aus subjektiven Bedürfnissen der Kinder, sondern auch aus einem von der Erzieherin erkannten objektiven Bedarf heraus formuliert. Darunter fällt z.B. die defizitorientierte Förderung. Um den Kindern ein qualifiziertes pädagogisches Angebot machen zu können, das ihren Interessen und Bedürfnissen weitestgehend entgegenkommt und ihre gesamte Persönlichkeit fördert, ist auch eine gründliche Vorbereitung und Planung des Tagesablaufs im Kindergarten erforderlich. Eine feste Rahmenplanung zur Orientierung ist im Besonderen im U3-Bereich unumgänglich. Die pädagogische Förderung einzelner Bereiche setzt sich aus vielen kleinen, oft unscheinbaren Handlungen zusammen und geschieht nicht nur und in erster Linie innerhalb von großen Aktionen, in denen eine Didaktische (d.h. thematische) Einheit mit Kindern behandelt, erarbeitet, bzw. „erspielt“ wird. Letztendlich ist auch eine intensive Nachbereitung der Arbeit inklusive Reflexion wichtig. Weitere Aufgaben des pädagogischen Personals sind die Planung von Festen, Ausflügen und Elternabenden, die Dokumentation des Bildungs- und Entwicklungsstandes der Kinder, Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und vieles andere mehr.
I. Deuschle

Das Freispiel im Kindergarten

Spielen ist ein elementares Bedürfnis und eine humane Grundfähigkeit. Für die Kinder bedeutet es Auseinandersetzung mit der Umwelt (sowohl der materiellen, als auch der sozialen) und ist somit notwendig für die Lern- und Entwicklungsprozesse. Für die gesamte Kindergartenpädagogik ist das Spiel von zentraler Bedeutung, denn es ist Ausgangspunkt für sämtliche Bildungsbereiche, die in der Regel spielerisch vermittelt werden. Aber auch das sogenannte Freispiel ist sehr wichtig und hat dementsprechend einen großen zeitlichen Raum im Kindergartenalltag. Es findet sowohl in den Räumlichkeiten, als auch ggf. im Außenbereich statt. In diesem Rahmen können die Kinder die Art ihres Spiels, dessen Dauer und den Ort frei wählen. Das Kind entscheidet auch, ob es allein oder mit einem oder mehreren Spielpartnern eine Tätigkeit ausführt. Es steht ihm aber auch frei, einfach mal „nichts zu tun“, also passiv am Spielgeschehen teilzunehmen. Im Freispiel machen die Kinder wichtige Erfahrungen über die Statik, z.B. beim Bauen, Erfolg/Misserfolg, Schulung der Feinmotorik, können im Rollenspiel Erlebtes verarbeiten oder Wunschwelten entstehen lassen. Außerdem lernen sie Regeln einzuhalten, zu verlieren, sich durchzusetzen oder auch nachzugeben, Umgang mit Konflikten, usw.
Im Spiel entwickelt sich auch die Phantasie – man kann gestalten und verändern, Neues ausprobieren, nachahmen u.v.a.m. Da wir zu bestimmten Zeiten im Tagesablauf gruppenübergreifend arbeiten, bilden sich dann wieder ganz neue Spielgrüppchen. Das freie Spiel hat also eine große Bedeutung für die geistige Entwicklung, sowie den Aufbau sozialer Beziehungen des Kindes. Die Freispielzeit endet mit dem Aufräumen, sofern das bisher Gespielte noch nicht wieder am festen Platz ist. Hier steht die Mitverantwortung im Vordergrund, welche auch den sorgsamen Umgang mit den vorhandenen Spielmaterialien beinhaltet. Die Erzieherin selbst hat verschiedene spielpädagogische Aufgaben vor, während und nach der Freispielphase: Im Vorfeld plant sie die Raumgestaltung, das Angebot der Spielmaterialien, welches Kind zu einem strukturierten Spiel geführt werden soll und spricht dies mit den Kolleginnen ab. Sie beobachtet die Kinder während des Spielens, leistet ggf. Hilfestellung, motiviert, gibt Impulse, ist Ansprech- und Spielpartner, bietet verschiedene Materialien an, tröstet und lobt. Zuweilen macht sie auch offene Angebote. Schließlich folgt noch die Reflexion über die Raumgestaltung, das Materialangebot, Gruppenprozesse, Spielverhalten und Entwicklungsstand einzelner Kinder, den zeitlichen Rahmen und das eigene erzieherische Verhalten.
I. Deuschle

Kreativität im Kindergarten

Es gibt unzählige Versuche den Begriff Kreativität zu definieren.Ganz allgemein versteht man darunter: Erkennen von Problemen und das Auftinden neuer origineller Lösungen. Das erstreckt sich von produktiven Leistungen bis hin zur künstlerischen Produktion. Mit Blick auf unsere Kinder heißt das: "- Alle Kinder sind kreative Kinder". Kreative Menschen sind oft wirkliche „Originale“. Originalität bedeutet, ein großes Maß an sprühenden, witzigen Ideen zu haben. Die wesentliche Vorraussetzung för Kreativität ist die Sensibilität. Das sensible Kind ist aufgeschlossen för Veränderungen in seiner Umwelt. Deshalb braucht das Kind Raum seine Sinne zu schulen, Eltern und Erzieher sowie die Umwelt, prägen den Lebensraum des Kindes. Die Erfahrungen die es in diesem Lebensraum macht, sind für seine Entwicklung richtungweisend, Deshalb brauchen wir eine kreative Umgebung, dann können Kinder in Ruhe warten, beobachten und selber entdecken. Inwieweit sich Kreativität fördern lässt, ist in starkem Maße von der Umgebung und den Anreizen abhängig. Maria Montessori definiert dies so: "Kreativität sollte getragen werden vom Prinzip der Freiheit: Freiheit in der Auswahl des Raumes, in der Auswahl des Materials, in der Auswahl der notwendigen Hilfsmittel, in der Wahl des Partners und der Aktivität überhaupt."
In der Praxis bedeutet dies ifir uns Erzieher: Einschränkung von Ge- und Verboten, Bereitstellen einer Vielfalt von Materialien und dem entsprechenden Handwerkszeug. Das Material sollte anregend sein, vielfältig veränderbar, es sollten vom Kind zweckentfremdet werden dürfen. Für uns Erwachsene ist ein Material nicht mehr brauchbar, weil es fürr seinen vorgesehen Zweck nicht mehr gebraucht werden kann. Für Kinder hat es dadurch erst gewonnen, (weil Erwachsene es nicht mehr brauchen) weil man endlich frei und voller Fantasie damit etwas gestalten oder spielen kann. -Es kann das Material erspürt, ertastet, errochen, gesehen werden. Man kann es auseinander nehmen, einfach kaputt machen. Kinder beleben Dinge in ihrer Fantasie, machen sie dadurch wertvoll-..Ein Stück Goldpapier oder eine Perle können zu einem wertvollen Schatz werden. Und ganz "Wichtig": Alles, was vom Kind neugeschaffen wird, muss in seiner Umwelt Platz und Anerkennung finden! Ist es Ihnen auch schon passiert, dass sie gesagt haben: Aber das ist doch kein,...., das musst du so . . . machen? Wussten Sie in dieser Situation was das Kind wollte oder wie lange und intensiv es daran gearbeitet hat? Haben Sie vielleicht das von Ihnen gesteckte Ziel im Auge gehabt?
Wir leben in einer Leistungsorientiertengeseilschaft und werden an Ergebnissen gemessen z.B. ein fertiges Fensterbild wird beachtet, die besonders schön ausgeschnittenen Bilder aus dem Katalog aber nicht. Kreativität ist aber noch vielseitiger und findet in allen Bereichen statt, beim Bauen und Konstruieren, im Garten, in der Sandkiste, im Wald usw. sowie auch die Fantasie der Kinder keine Grenzen kennt. "Alle Leute sind einmal Kinder gewesen" -.aber keiner erinnert sich daran- . Dieser Satz stammt aus dem „Kleinen Prinzen“. Wir Erwachsenen zählen zu den vergesslichsten Lebewesen! Wir können uns nicht daran. erinnern, dass wir durch Pflitzen gestapft sind, mit Matsche gespielt haben, unsere Taschen voll mit Sammelgut waren und vieles mehr. Wir wollen den Kindern noch mehr Möglichkeiten geben ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.
G.Peterhoff

Naturtage im Kindergarten

Unser Kindergartenalltag findet in unseren „vier Wänden“ statt. Kinder spielen jedoch zu jeder Jahreszeit gern im Freien, in der Natur. Ergänzend bieten wir deshalb im Kindergarten regelmäßig Natur-, Wald- oder Erlebnistage an. Der Spiel- und Bewegungsdrang kann in der Natur ungehindert ausgelebt werden.
Hier haben die Kinder Platz, sich frei zu bewegen und erweitern so ihre motorischen Fähigkeiten in natürlicher Umgebung. Naturtage laden ein zum Laufen, Klettern, Toben, Springen, Hüpfen, Balancieren, Verstecken, Bauen, Matschen, Werken. An Wald- und Naturtagen lernen die Kinder ihre Umgebung kennen, erleben den Rhythmus der Jahreszeiten mit dem unterschiedlichen Wetter und sehen Pflanzen und Tiere in ihrem Lebensraum. Naturphänomene werden mit allen Sinnen, nicht nur durch Sehen wahrgenommen. Beim Tasten und Fühlen von Baunirinde und Moos, Riechen an Pilzen und Hören von Blätterrauschen können die Kinder die Umwelt in ihrer Vielfalt erleben. Draußen hört man andere Geräusche. Die Kinder werden aufmerksam auf Vogelstirnmen, das Rauschen der Bäume oder das Rascheln der Blätter. Die vorhandenen Naturmaterialien werden zum Spielen verwendet und so die Phantasie und Kreativität der Kinder angeregt. So wird die Rinde zum Dach des Zwergenhauses, Moos zu Teppich oder Bett, Bucheckern werden zu Bechern und die Hütchen der Eicheln zu Tellern. Viel Energie und Geduld zeigen die Kinder beim Bauen von Hütten aus Asten und Zweigen. Sie arbeiten eifrig zusammen, helfen sich gegenseitig und erkennen, dass man gemeinsam mehr schafft. Es gibt selten Konflikte oder Streit. Die Natur gewährt großen Freiraum, in dem alle Kinder zu ihrem Recht kommen, auch die, die sich zurückziehen oder erst nur hin- und zuschauen wollen. Bei den Kindern wird ein erstes Naturbewusstsein geweckt, von dem wir hoffen, dass es dazu flihrt, die Natur schätzen zu lernen und in ihrer Schönheit erhalten zu wollen. Ohne Regeln geht es auch hier nicht, wie: keine Beeren essen, nichts in den Mund stecken, nichts abreißen oder nicht außer Sichtweite gehen. Auch die Wanderung und das gemeinsame Frühstück machen die Natur- und Waidtage zu einem schönen Erlebnis, welches von den Kindern begeistert angenommen wird.
B. Scholtes-Molnar

Bücher sind unersetzlich

Warum sollte ich über Bücher schreiben? Und was hat das mit dem Sprechen lernen der Kinder zu tun? Ganz einfach: Bücher bieten unbegrenzte Möglichkeiten, Wissen und sprachliche Anlagen auszubauen. Gemeinsam zu lesen ist ideal, um das Sprechen in der deutschen Sprache zu stimulieren und gleichzeitig bildet es eine gute Grundlage für Fertigkeiten, die auf das eigenständige Lesen vorbereiten. Ein Kind, dem man von Geburt an vorliest , wird sein Leben lang davon profitieren. Lesenlernen ist viel einfacher, wenn das Kind den Umgang mit Büchern gewöhnt ist. Bücher geben viele Anregungen zu Themen, über die man sprechen kann.
Durch Vorlesen lernt das Kind zuzuhören. Die Nutzung der öffentlichen Bücherei trägt zur Horizonterweiterung bei. Das Kind lernt sich Hilfe zu holen oder einfach die Zeit mit Büchern im Austausch mit anderen zu verbringen. Es bietet sich beim Vorlesen auch einmal an, vom Text abzuweichen und von ihren eigenen, oder gemeinsamen Erlebnissen zu sprechen. So übt das Kind zu erzählen; gleichzeitig wird auf diese Weise sein Sprachschatz erweitert. Bücher geben die Möglichkeit , selbständig zu erforschen, Erlebtes zu verarbeiten, sich als Person wieder zu finden. Bücher geben die Möglichkeit des Rückzugs, wenn man über etwas nachdenken möchte und Ruhe braucht. Bücher trösten und erfreuen. Bücher sind unersetzlich. Als ich den Vorschülem das Buch "Die kleine Hexe" vorlas, stürmte es in der Nacht ,als wir die Geschichte vom Reisigsarnrneln durchnahmen. Wir konnten sehr viel Reisig sammeln, wie die alten Weiber in der Geschichte und kleine Reisigbesen
basteln. Marcel brachte mir nach dem Sturm sogar einen Hexenbesen extra für mich angefertigt mit. Dankeschön noch mal.
C. Gradinger

Der Stuhlkreis

Die Bezeichnung „Stuhlkreis“ beschreibt sowohl eine Situation, als auch eine Absicht: Man sitzt auf Stühlen im Kreis. Die Kreisform signalisiert: Wir gehören zusammen, jeder kann jeden sehen, jeder ist wichtig, sei er noch so klein. Dass wir das Kreis nennen, dass wir im Kreis sitzen, ist nicht zufällig so. Keiner soll in der zweiten Reihe sitzen, wenn wir miteinander reden wollen. Keiner soll sich verstecken müssen. Wir sehen einander an. Jeder soll wahrgenommen, wichtig genommen, ernst genommen werden. Einen Kreis zu bilden heißt: Gemeinschaft zu haben. Teil eines Kreises zu sein soll dem Einzelnen Sicherheit und Geborgenheit geben. Ein Kreis ist rund, geschlossen. Doch wir wollen keine“ geschlossene Gesellschaft“ sein. Vielmehr zeichnet gerade die Offenheit den Stuhikreis aus: Ohne feste Sitzordnung und ggf. mit freien Plätzen. Der Kreis ist überschaubar und bietet jedem Teilnehmer einen Fixpunkt (= seinen Platz). Im Kindergarten lernen wir häufig in dieser Form neue Lieder, Fingerspiele u.ä., verklanglichen kurze Geschichten, planen gemeinsame Feste, erzählen einander verschiedene Dinge, machen Experimente u.ä.m. Reden ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, sich auszudrücken und etwas zu entdecken. Vielmehr geben wir den Kindern Gelegenheit, ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen für alle zur Verfügung zu stellen: zu zeigen, wer gut erzählen oder etwas vormachen kann, wer etwas Interessantes mitgebracht hat, wer gut tanzen, singen oder malen kann usw. Kinder üben in solchen Situationen einander zuzuhören, die eigenen Ideen mit anderen zu vergleichen, bekommen Informationen und wiederholen insofern Erwachsenenrituale. Der „Stuhlkreis“ findet bei uns nicht täglich und auch nicht unbedingt zu festgelegten Zeiten statt. Er läuft auch nicht regelmäßig in der gleichen Weise ab.
I. Deuschle

Interkulturelle Pädagogik

Neulich sah ich einen Beitrag über die fotografische Dokumentation vieler verschiedener Kulturen im Anfang des 20igsten Jahrhunderts durch einen aufgeschlossenen Weltreisenden. Im Angesicht der so festgehaltenen Vielfalt der Kulturen bedauerte der Berichtende den Verlust der so unterschiedlichen Kulturen. Obwohl unsere Gesellschaft in vielen Bereichen pluralistisch und für viele Kulturen offen zu sein scheint, fällt es vielen dennoch schwer, diese Aufgeschlossenheit auch zugewanderten Menschen gegenüber zu zeigen. Kinder sind in dieser Hinsicht grundsätzlich offen, weil sie auch begierig sind bisher Unbekanntes für sich zu erobern. So macht es den Kindern der Hasengruppe Spaß auch mal Englisch oder Türkisch zu sprechen. Vor kurzem entdeckte ich in unserer Stadtbücherei ein neues Bildwörterbuch in Deutsch-Türkisch. An dieser Stelle mal wieder vielen Dank an das Büchereiteam. Dieses Bildwörterbuch ist auf Grund der guten Abbildungen und der Einteilung in Sachgebiete hervorragend geeignet ein zweisprachiges Memory herzustellen. Wir konnten uns ein Spiel basteln mit vielen verschiedenen Flug- und Fahrzeugabbildungen, beschriftet in beiden Sprachen. Alle finden es spannend, wenn unser türkisches Kind die Gegenstände in seiner Sprache benennt. Da fragen auch mal die Erwachsenen nach „wie heißt das?“ Kinder versuchen sofort die Wörter nach zu sprechen mit einer Leichtigkeit, die jeden Erwachsenen erblassen lässt. Und haben ein erstaunliches Gedächtnis für das neu gelernte. Mittlerweile gibt es glücklicherweise bekannte Kinderbücher, die auf einer Seite sowohl den Deutschen, als auch den internationalen Text darstellen. So ist es ein Leichtes in der Vorleserunde zwei Sprachen zu fördern und unsere amerikanischen Kinder freuen sich auch. Deutsche Kinder erfahren in diesem Zusammenhang auch mal wie es sich anfühlt, wenn man zunächst nichts versteht, weil man der englischen Sprache nicht mächtig ist. Wir leben in einer Globalen Welt und sollten uns mit den Prinzipien des interkulturellen Lernens möglichst früh auseinandersetzen. So sollten wir jedem Kind unabhängig von seiner Nationalität, Herkunft, Sprache und Religion mit einer akzeptierenden und wertschätzenden Grundhaltung entgegenkommen. Die Muttersprache ist ganz eng mit der Identität des Kindes verknüpft, weil mit ihrer Hilfe die Beziehungen zu den primären Bezugspersonen gestaltet werden. Durch die Muttersprache entdeckt das Kind sich selbst und die Welt. Sie bestimmt sein Weltbild und gibt im Sicherheit und auch die Offenheit für eine neue Kultur und eine neue Sprache. Wer schon einmal im Ausland war und die dortige Sprache nicht beherrschte, kann sicherlich nachvollziehen, wie man sich fühlt, wenn man der wichtigsten menschlichen Fähigkeit sich mitzuteilen beraubt ist. Wird Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, ihre eigene Sprache verboten, ist dadurch ein wesentlicher Teil ihrer Persönlichkeit ausgegrenzt und abgewertet. Was natürlich nicht heißt, dass man sich der deutschen Sprache zur allgemeinen Verständigung verweigert. Es ist jedenfalls immer begrüßenswert, wenn ein Kind in der Orientierungsphase einen Freund als Dolmetscher zur Seite hat, sei es nun eine Erzieherin oder ein anderes Kind, das sich schon in beiden Sprachen bewegt. Interkulturelle Pädagogik sieht in der unterschiedlichen Herkunft und Sprache eine Chance voneinander zu lernen, um dadurch eine Vielfalt an Lebensfreude kennen zu lernen. Wir sollten unsere Kinder offen und neugierig für die Kulturen der Welt erziehen, denn Vielfalt ist immer eine Bereicherung. In der Bücherei entdeckte ich auch ein Buch mit Kinderaufsätzen und Zeichnungen, „als meine Großeltern nach Deutschland kamen.“ Köstlich, wie einfallsreich und humorvoll zwei Nationen sich vorbehaltlos durch Gestik und Mimik verständigten und mit schauspielerischem Talent die Sprachbarriere zwischen Türken und Deutschen umgingen. Mein Großvater war immer ein toleranter weltoffener Mensch, der viel gereist ist, dem der türkische Halbmond verliehen wurde. Ein aufgeschlossener Mensch, der mir viel Gutes von den vielen Völkern, denen er in zwei Kriegen begegnete, erzählte.“ Leute mit gutem und schlechtem Benehmen gibt es in jeder Kultur, “ pflegte er zu sagen. Ich bereiste 1976 in seiner Obhut Palästina, er war dort als junger Mann in Gefangenschaft. Er verständigte sich ohne Probleme auf einem Beduinenmarkt, um mir ein schönes Kleid zu erhandeln, immer noch der Sprache mächtig, die er als junger Mann dort aufgeschnappt hatte. Mit Respekt wurde er als deutscher Rentner auch in Israel willkommen geheißen. Gegenseitige Toleranz und Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Kulturen und dem Einzelnen, der nichts für die Entgleisungen mancher Fanatiker kann, sollte die Voraussetzung für ein gelungenes Miteinander sein.
C. Gradinger

Mit Kindern Werte entdecken!

Vom Elternhaus und später vom Kindergarten und der Schule wird erwartet, dass Kinder nicht nur intellektuelles Wissen lernen, sondern auch, was man im weitesten Sinne als menschliche Werte bezeichnet: Ehrlichkeit, Liebe zu anderen Menschen, Konfliktfähigkeit, Achtung vor der Natur, Verantwortungs- und Glücksfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Ausdauer, Mut, Gewaltlosigkeit, Religionen, Kulturen und Toleranz.Wie lernt man allerdings, ein "guter Mensch“ zu werden? Was können Eltern tun, damit ihre Kinder nachhaltig Werte entdecken und leben? Werteerziehung kann z.B. heißen: Nach einem Streit den ersten Schritt zur Versöhnung machen. Einem alten Menschen den eigenen Sitzplatz anbieten. Zugeben, dass man einen Fehler gemacht hat. Eine lebenswerte Zukunft erwächst aus Kindern, die dazu fähig sind. Doch warum fällt es vielen so schwer, so zu handeln? Vielleicht weil Erwachsene oft über Werte reden, statt sie vorzuleben und kindgerecht zu vermitteln. Eltern lernen, dass Werte etwas ganz Konkretes sind. Der alte Spruch des chinesischen Philosophen Konfuzius ist bis heute aktuell geblieben in der Erziehung der Kinder:

Erzähle es mir - und ich werde es vergessen.
Zeige es mir — und ich werde mich erinnern.
Lass es mich tun — und ich werde es behalten.


Kinder lernen Werte nicht durch Reden, sondern durch Handeln: Damit Werteerziehung nicht bei gut gemeinten Appellen stehen bleibt, muss sie Teil des Alltags werden — konkret, praktisch und lebensnah. Eltern sollten sich immer wieder bewusst machen, Kinder lernen durch Nachahmungt und Wiederholung! Sie müssen sich jedoch im Vorfeld darüber im Klaren sein: Was ist mir wichtig? Was sind meine eigenen Werte? Welche Werte erwarte ich bei anderen? Was haben sie mit meinem Verhalten zu tun? Welche Werte sind dringend notwendig für ein friedliches und menschenfreundliches Zusammenleben? Wie kann ich Werte so weitergeben, dass Kinder sie begreifen? Es hat sich gezeigt, dass schon Kleinkinder Regeln und Werte brauchen. Mit Regeln können sie sich täglich altersgemäß und spielerisch auseinandersetzen, ihre Kräfte messen und sich innerhalb der vorgegebenen Grenzen bewegen. Regeln und Werte geben ihnen Schutz und Sicherheit. Kinder, die in einem sozialen Umfeld mit überschaubaren Grenzen aufwachsen, haben erwiesenermaßen weniger Angst. Sie entwickeln mehr Vertrauen in sich und ihre Umwelt. Sie werden durch die täglichen Auseinandersetzungen mit den Familien- und Kindergartenregeln auf eine gute Weise konfliktfähig. Aus diesen, in der Kleinkindzeit erworbenen Wertvorstellungen entsteht das Fundament ihres späteren Weltbildes. Dies funktioniert nur, wenn Eltern und Erziehende sich dieser Herausforderung stellen.
R. Maurer

Verkehrserziehung

Zur Umwelt der Kinder gehört auch der Verkehr, in dem wir Erwachsene uns wie selbstverständlich bewegen. Doch Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Sie kennen meist keine Gefahren und vergessen im Spiel allzuleicht alle Verkehrsregeln. Was für Erwachsene Routine ist, bleibt für Kinder oft eine schwierige Aufgabe. Ihnen sind natürliche Grenzen gesetzt, ihre Wahrnehmung ist noch eingeengt, sie verfügen über wenig Erfahrung, haben einen hohen Bewegungsdrang und sind in vielen Situationen einfach überfordert. Kinder sehen und hören anders. Sie können z.B. nur mühsam stehende von fahrenden Fahrzeugen unterscheiden, rechnen nicht mit dem Anhalteweg eines Fahrzeugs, glauben, sie würden gesehen, wenn sie selbst ein Fahrzeug sehen. Sie lassen sich leicht ablenken — auch von Gefühlen, die sie durchaus blind und taub für Gefahren machen können.Kinder werden eben nicht „verkehrsgerecht“ geboren, sondern müssen so früh wie möglich schrittweise auf die Anforderungen des Straßenverkehrs vorbereitet werden. Die Devise lautet „Üben — immer wieder üben“. Dies ist ein wichtiger Beitrag, Kinder „sicher auf allen Wegen“ zu machen. Und zwar überall dort, wo das Kind mit dem Verkehr in Berührung kommt; auf dem Gehweg, am Bordstein, beim Überqueren der Straße usw.
Dieser wichtige Teil der Gesamterziehung ist in erster Linie Sache der Eltern; durch den Kindergarten kann die Verkehrserziehung aber wesentlich unterstützt werden. So ergeben sich in der alltäglichen Kindergartenarbeit zahlreiche Lernanlässe zum Thema Verkehr. Dazu gehören Übungen und Spiele zu Grundfertigkeiten wie Farbenkenntnis, Sehen und Hören, Verbesserung der Bewegungssicherheit, schnelles Reagieren, Regelverständnis, Förderung von Sozialverhalten (gegenseitige Rücksichtnahme), Kennenlernen wichtiger Zeichen. Richtiges Verhalten als Fußgänger üben wir bei jedem Spaziergang, da es besonders wichtig ist, dies in der Verkehrswirklichkeit zu lernen. Deshalb ist es auch wünschenswert, dass Eltern ihr Kind nicht stets mit dem Auto bringen, bzw. holen. Falls sich dies nicht umgehen lässt, so denken Sie bitte daran: “Anschnallen nicht vergessen!“ Darüber hinaus laden wir jedes Jahr Beamte von der Verkehrsschule Böblingen in den Kindergarten ein, die nach einem „Trockenkurs“ für alle mit den Maxis draußen üben, wo auf dem Gehweg die „Kinderseite“ ist oder wie man richtig unter verschiedenen Bedingungen die Straße überquert (an der Ampel, dem Zebrastreifen, einfach so oder gar wenn parkende Autos die Sicht versperren). Die Zusammenarbeit mit Partnern (im konkreten Fall mit der Polizei) ist für den Bildungsauftrag von Tageseinrichtungen für Kinder bedeutsam und deshalb auch eine der Grundlagen des Orientierungsplans.
I. Deuschle

Brandschutzerziehung

Kinder sind vom Feuer fasziniert, sie wissen nicht, wie gefährlich es sein kann. Dass es mit seinen Begleiterscheinungen wie Rauch Menschenleben gefährden und wertvolle Dinge vernichten kann. Kindliche Neugier, Spieltrieb und die Freude an der Nachahmung sind die Hauptursachen, wenn Kinder leichtfertig ziindeln. Verbote, Abschreckung u.ä. sind wenig geeignet oder führen gar zu Heimlichkeiten. Aufklärung dagegen ist wirkungsvoller. Kinder kommen häufig mit dem Element Feuer in Kontakt (beim Grillen, offener Kamin, Lagerfeuer, Kerzenlicht ...).Erwachsene sollten ihnen nicht nur die Gefahren bewusst machen, sondern auch den nützlichen und angenehmen Charakter des Feuers nicht vorenthalten. Sie haben Vorbildfunktion und sollten die Kinder zum sachgemäßen Umgang mit Feuer anhalten. Schon früh werden Kleinkinder darauf aufmerksam gemacht, dass Feuer heiß ist. Nur gut vorbereitet haben Kinder den nötigen Respekt und können das Feuer im Beisein eines Erwachsenen selbst beherrschen. ur Brandschutzerziehung im Kindergarten gehören Themen rund ums Feuer, Kennenlernen von Brandgefahren, Löschmöglichkeiten, und Informationen über die Arbeit der Feuerwehr. Weitere Lernziele dabei sind richtiges Verhalten im Brandfall, Absetzen eines Notrufs, sicherer Umgang mit Zündmitteln, Wissen um die Wirkung von Feuer und Rauch,Kenntnisse über Brandschutzeinrichtungen und Fluchtwege, Abbau von Berührungsängsten gegenüber Feuerwehrleuten. Diese Aufgaben werden in enger Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Waldenbuch wahrgenommen. So bekommen wir Erzieherinnen umfangreiches lnformations- sowie Spielmaterial für die Dauer des Projektes zur Verfügung gestellt. Unser Ansprechpartner Herr Klaus Rein leistet seinen Beitrag dazu völlig ehrenamtlich mit viel Idealismus und neben dem eigentlichen Übungs-, Ausbildungs- und Einsatzbetrieb der Feuerwehr. Denn alljährtich ist für unsere Maxis der Besuch des Feuerwehrgerätehauses ein fester Programmpunkt.im Rahmen der Brandschutzerziehungswochen. Neben der Besichtigung der Räumlichkeiten und der Fahrzeuge, sowie der persönlichen Schutz- ausrüstung eines Feuerwehrmannes ist Zeit für Fragen der Kinder. Auch der weitere Ablauf vom telefonischen Notruf bis zum Eintreffen der Feuerwehr am Einsatzort wird besprochen. Darüber hinaus geht es auch um die Tätigkeitsgebiete der Feuerwehr und um die Wiederholung der im Kindergarten bereits behandelten Themen. Ein weiteres wichtiges Anliegen der Brandschutzerziehung ist natürlich auch das Erreichen der Eltern, die über die Kinder zum Nachdenken angeregt werden sollen. Denn gemeinsam zu kokeln und dabei Erfahrungen .über die Brenribarkeit von verschiedenen Stoffen zu machen ist allemal wirkungsvoller als jedes Verbot. Und vielleicht wird manchem klar, dass der Einbau von Rauchmeldern wirklich Leben retten kann!
I. Deuschle

Musikalische Erziehung

Das Singen und Musizieren stellt einen wichtigen Bildungsbereich in der Pädagogik dar. Sobald Musik erklingt, beginnen die meisten Kinder spontan zu tanzen, mitzusingen oder den Rhythmus zu klopfen. Über die Musik ist es oft leichter mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen. Singen ist neben dem Bewegen zur Musik die ursprünglichste und unmittelbarste Ausdrucksform des Musizierens. Jeder Mensch kann von Natur aus singen. Dabei vertieft sich der Atem, unsere Organe werden besser mit Sauerstoff versorgt und so stärkt Singen das Immunsystem. Nicht zuletzt wird dabei das Wohlfühlhormon Oxytocin ausgeschüttet. Singen macht also auch Spaß, ist gut für das Gemeinschaftsgefühl und für die sprachliche Entwicklung der Kinder (stotternde Kinder tun dies z.B. beim Singen nicht, außerdem wird nebenbei der Sprachschatz erweitert). In manchen Liedern versteckt sich eine ganze Geschichte. Und in der Regel sind die einzelnen Strophen in Reimform. Das Auswendiglernen beim Singen geht ziemlich schnell und wenn ein Kind einzeln vor anderen singt, fördert das sein Selbstbewusstsein. Da zu Hause eher weniger gesungen wird, hat der Kindergarten eine gewisse Verantwortung für die Stimmentwicklung der Kinder. Bei uns gibt es viele Singanlässe: Guten-Morgen-Lied, Geburtstagslieder, als Signal zum Aufräumen, Schlusslieder, spontane Anlässe im Garten, unterwegs , Spiellieder u.a.m. Übrigens singen Kinder lieber und besser, wenn sie dabei nicht still sitzen müssen. Immer wenn zu einem Lied geklatscht, gestampft ... werden darf, steigt die Stimmung. Die Kinder haben Freude daran, ihren Körper als Instrument zu entdecken. Und der Text prägt sich auch leichter ein, wenn er durch Gesten unterstützt wird. Übrigens trifft man nur dann die richtigen Töne, wenn man genaues Hinhören beherrscht. Im Rahmen der musikalischen Erziehung untermalen wir zudem mitunter Kurzgeschichten, Reime oder auch Fingerspiele musikalisch. Das Spiel mit elementaren Instrumenten übt die feinmotorischen Fähigkeiten und die Kunst der Improvisation. Außerdem macht es den Kindern auch viel Freude, zum Rhythmus der Musik zu malen. Es ist wichtig, dass die Kinder ermutigt werden, auch kreativ zu sein und sich mit Musik, Tanz und anderen Bewegungsmöglichkeiten zu Musik zu befassen. Das Spiel mit Musik und Bewegung verbindet. Es fördert die emotionalen und sozialen Fähigkeiten der Kinder. Musik kann auf vielfältige Art Körpergefühl, Haltung und Motorik beeinflussen. Kinder können Rhythmus erleben und beim freien Tanzen zur Musik neue Bewegungs- und Ausdrucksformen finden.
I. Deuschle

Taktile Wahrnehmungsförderung

Unsere geistige Entwicklung hat ihre Grundlage in der Wahrnehmung. Bei kleineren Kindern ist sie noch willkürlich. Verschiedene Sinneswahrnehmungen helfen dem Kind, sich und seine Umwelt besser kennenzulernen und die Wahrnehmungsleistungen zu verbessern. So lernt es auch seinen eigenen Körper und dessen Bedürfnisse genau kennen: Was ist mir angenehm? Was spüre ich gerne? Wer genau hin fühlt, kann auch Kleinigkeiten als etwas Besonderes wahrnehmen. Dadurch wiederum kann auch die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Das konzentrierte Nach-Spüren ermöglicht es dem Kind, sich seines Körpers und seiner Person bewusst zu werden und Angenehmes von Unangenehmem zu unterschieden. Dadurch lernt es automatisch auch die körperlichen Grenzen anderer zu respektieren. Wir können nicht nur mit den Händen, sondern auch mit den Füßen oder der gesamten Hautoberfläche fühlen. So kann man z.B. die Beschaffenheit von verschiedenen Materialien erspüren. Neben vielen anderen Spielmöglichkeiten, die unsere Sinne herausfordern, gibt es bei uns eine Erbsenkiste. In der Kiste sitzend oder liegend kommt der gesamte Körper in Kontakt mit den Erbsen, die als Naturprodukt die Sinne auf vielfältige Weise zum Klingen bringen. Je weniger Kleidungsstücke die Kinder dabei tragen, desto intensiver ist die Wahrnehmung. Gerne treten sie auch barfuß in der Kiste, was sich an heißen Tagen angenehm kühl anfühlt. Darüber hinaus regen die Erbsen zu vielen verschiedenen Spielen und Erfahrungen an. Viele Kinder entwickeln selbstständige Spielideen mit dem vorhandenen Material. So befüllen sie Schalen u.ä. damit, kippen sie wieder aus, leeren sich vorsichtig einige über den Kopf, wobei ein angenehmes Gefühl entsteht – sie werden „beregnet“. Beliebt sind auch Sockenfüllungen u.v.a.m. Überraschungen, die in den Erbsen versteckt wurden, regen die Kinder dazu an, in der Kiste zu wühlen und zu fühlen. Und es ist gar nicht so leicht, einen Gegenstand, den man nicht sehen kann sondern nur fühlen (wobei da ja noch die Erbsen drum herum sind!), zu erkennen. Dass bei solchen Aktionen nicht alle Erbsen in der Kiste bleiben, versteht sich von selbst. Das Aufräumen kann zwar etwas lästig sein, doch viele Kinder helfen gerne mit und Besen nebst Kehrschaufeln leisten gute Dienste dabei.
I. Deuschle

Mathematik im vorschulischen Alltag

Erste mathematische Erfahrungen macht jedes Kind während des Alltags oder im Spiel, ohne dass diese als solche wahrgenommen werden. So entwickeln Kinder bereits vor ihrer Schulzeit erstaunliche Kreativität und vielfältige Varianten im Umgang mit Mustern, Reihen, Mengen, Zahlen, Größen und Längen. Im Alter von ca. 2 Jahren beginnen die Kinder, sich mit dem Erlernen der Zahlwortreihe auseinander zu setzen, wenig später kommt deren Anwendung zur Anzahlerfassung dazu. So können sie Zahlen als etwas erleben, mit dem sich Situationen der Umwelt beschreiben lassen. Der nächste Schritt ist, Anzahlen auf einen Blick erfassen lernen und größere Anzahlen aus kleineren zusammensetzen können, z.B. wird bei Würfelspielen die Anzahl der Würfelaugen addiert. Für den Umgang mit Zahlen und Rechenoperationen sind notwendige kognitive Faktoren zu beachten, sowie die Entwicklung der sogenannten pränumerischen Kompetenzen. Beide sind Vorläuferfähigkeiten für den späteren Mathematikunterricht in der Schule und werden dafür vorausgesetzt. Dazu gehören Merkfähigkeit, visuelle Wahrnehmung , Klassifizieren und Sortieren, Muster und Symmetrie (Reihenbildung), Messen und Wiegen, Zahlwissen und Zählfertigkeiten, sowie räumliches Vorstellungsvermögen. Wichtig ist es, den Kindern im Alltag Gelegenheiten zu kontext- und handlungsgebundenen Erfahrungen zu geben, die die Grundlage für spätere Formalisierungen in der Schule bilden. So kann man zu Hause z.B. die Frage stellen, ob zur Geburtstagsfeier mit 7 Gästen wohl eine Schachtel Negerküsse reicht? Solche Aufgaben sollen jedoch nicht gerechnet , sondern handelnd gelöst werden. Auch Fragen zum Vergleichen bieten sich an wie „Bin ich so groß wie der Baum?“ Geometrische Erfahrungen machen die Kinder u.a. beim Sortieren und Aufräumen, beim Puzzeln, Schneiden und Falten. Auch beim Turnen wird die Körper- und Raumwahrnehmung, die Koordination von Auge und Hand u.v.m. gefördert. Geometrischen Mustern begegnen sie bei verschiedenen Legespielen, bilden selbst Muster beim Auffädeln von Perlen usw. Wenn Kindergartenkinder so bereits gefördert werden, haben sie bis zur Einschulung eine gute Basis, auf der aufgebaut werden kann. Zudem vermindert dies auch das Risiko, dass sie später eine Rechenschwäche entwickeln. Wichtig ist, dass sie konkrete Vorstellungen von Mengen und Formen aufbauen und Raumerfahrungen machen können. Dies alles soll dazu beitragen, dass sie ein positives Verhältnis zur Mathematik entwickeln. Es geht um eine in den Alltag integrierte und auf kindliche Fähigkeiten orientierte Förderung und nicht um eine isolierte Förderung mathematischer Kompetenzen.
I. Deuschle

Kooperation Kindergarten Grundschule

Jedes Kind ist im letzten Kindergartenjahr stolz darauf, bald ein Schulkind zu werden. Eltern, Kindertageseinrichtung und Schule bereiten das Kind auf den Abschied im Kindergarten und auf den neuen Lebensabschnitt Schul vor. Der Bildungsplan Grundschule knüpft an die Bildungs- und Entwicklungsfelder des Orientierungsplans an.
Eine solche Übergangssituation fordert, wie auch schon der Einstieg in die Kindergartenzeit von allen Verantwortlichen, Eltern, Erzieher und auch Lehrer eine besondere Aufmerksamkeit. Die meisten Kinder entwickeln sich während ihrer Kindergartenzeit so, dass der Übergang in die Grundschule problemlos gelingt. Trotzdem sind Übergänge mit vielen Erwartungen und Hoffnungen aber auch Befürchtungen verbunden. Damit dieser Übergang nicht zum Bruch sondern zur Brücke wird, kooperieren Erzieher, Lehrkräfte und Eltern frühzeitig und vertrauensvoll miteinander. Die Kooperation wird inhaltlich und organisatorisch zwischen Schule und  Kindertageseinrichtung abgestimmt und basiert auf verschiedenen Kontaktmöglichkeiten wie z.B. den Besuch der Koopartionslehrerin in der Einrichtung, Schulelternabende, gemeinsame Fortbildungen von Erziehern und Lehrkräften, der Besuch einer Schulstunde etc.. So wird eine optimale Vorausetzung geschaffen, um eventuelle Diagnose- und Fördermöglichkeiten im letzten Kindergartenjahr - mit dem Einverständnis der Eltern - nach vorne zu bringen. Die Entwicklung und Förderung der Schulfähigkeit ist gemeinsame Aufgabe von Kindertageseinrichtung, Grundschule und dem Elternhaus und garantiet dem Kind einen optimalen und positiven Start in einen neuen Lebensabschnitt, der Schule.
M. Sessner

Förderung der phonologischen Bewusstheit

Lesen und Schreiben sind Fertigkeiten, die nur dann richtig erlernt werden können, wenn vor allem die auditive Wahrnehmung, aber auch die Fähigkeit, einzelne Buchstaben visuell zu erkennen, sie abzuspeichern bzw. einem Laut zuzuordnen, vorhanden ist. Bis jetzt hatte für die Kinder im Vorschulalter Sprache Bedeutung als wichtige Form der Mitteilung. Nun soll die Aufmerksamkeit auf die formale Struktur der gesprochenen Sprache gelenkt werden. Die Waldenbucher Kindergärten führen z.T. seit mehreren Jahren mit den künftigen Erstklässlern das Würzburger Trainingsprogramm durch, welches zu dieser phonologischen Bewusstheit beitragen soll. Es besteht aus Spielen und Übungen zu verschiedenen Bereichen, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Begonnen wird mit Lautspielen. Dabei geht es um die Verarbeitung des Gehörten: Geräusche sollen erkannt, geortet und zugeordnet werden. Dann folgen Reime, um die Kinder Ähnlichkeiten in der Lautstruktur entdecken zu lassen. Als nächstes lernen sie, dass sich Sätze in Wörter und diese wiederum in Silben zerlegen lassen. Danach geht es um das Erkennen von Anlauten. Passend zu den einzelnen Aufgabenbereichen wandeln wir auch bekannte Spiele einfach ab, wie „Ich seh´ etwas, was Du nicht siehst, und das reimt sich auf…“ oder „…und das fängt mit M an“. Auch unsere Silbengymnastik macht den Kindern sehr viel Spaß. Bei unseren täglichen Treffen in der Kleingruppe stehen die Freude am gemeinsamen Erleben und das Erspielen von Sprache im Vordergrund. Der Zugang zum Schriftspracherwerb soll so deutlich erleichtert werden, ohne dass wir schulisches Lernen vorwegnehmen.
In der Grundschule dann wird vieles wiederholt und/oder vertieft. Die letzten Übungen des Trainingsprogrammes zum Erkennen sogenannter Phoneme (Laute) sollen erst dort erfolgen. Somit ist das Programm auch ein wichtiger Teil der Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule.
I. Deuschle

Ansprechpartnerin

Frau Edna Bock
Bild des persönlichen Kontakts Frau Bock
Telefon 07157 1293-26
Fax 07157 1293-75
Gebäude: Altes Rathaus
Raum: 19

Öffnungszeiten

Tag Kontaktzeit
Mo. 7:30 -13:00 Uhr
Di. 13:00 -16:00 Uhr
Mi. 8:00 -12:00 Uhr
Do. 15:30 -18:30 Uhr
Fr. 8:00 -12:00 Uhr

Wichtige Links