650 Jahre Stadtrecht in Mylau – Waldenbuch feiert mit

Vom Freitag, 12. Mai bis Sonntag, 14. Mai feierte die Waldenbucher Partnerstadt mit Stolz, Freude und einem abwechslungsreichen Festprogramm die Verleihung des Stadtrechts vor 650 Jahren. Am Freitag bzw. Samstag machten sich die Waldenbucher Besucher mit zwei Bussen auf die 420 kilometerlange Fahrt ins Vogtland nach Sachsen. Seit 01. Januar 2016 ist Mylau ein Stadtteil der rund 21.500 Einwohner zählenden Großen Kreisstadt Reichenbach. Der Städtepartnerschaftsverein Mylau, dessen Vorsitzende, Gisela Mertinat, völlig unerwartet vor kurzem verstarb, hatte gemeinsam mit der Reichenbacher Stadtverwaltung unter der Regie des persönlichen Referenten, Herrn Dirk Postler, ein Bürgerfest mit Vernissagen, zahlreichen, abwechslungsreichen Musikbeiträgen, Mitmachangeboten und einem kurzweiligen Programm im Festgebiet rund um Burg, Stadtkirche und Zelt am Friedenshain organisiert.

Städtepartnerschaftstreffen als Demonstration für ein vereintes Europa
Unter dem Motto „Gemeinsam in Europa: gestern, heute und morgen“ besuchten die Teilnehmer des Partnerschaftstreffens nicht nur das Festprogramm sondern arbeiteten auch in Workshops im futurum-Gymnasium sowie im Museum der Burg. Bei strahlendem Sonnenschein und Festwetter am Samstag boten in der Mylauer Burg die Open-Air-Bühne im Burghof, der Barocksaal, das Metschzimmer und der Rote Turm eine tolle historische Kulisse.

Vertreter aus vier Nationen kommen zusammen
Erwachsene, Jugendliche und Kinder aus Montecarlo/Lucca in Italien, Karlstein in Tschechien, Althen-des-Paluds in Frankreich und Waldenbuch folgten der Einladung zum Stadtjubiläum, um ein wichtiges Signal zur Verständigung der Menschen in Europa gemeinsam zu senden. Auf Einladung des Mylauer-Reichenbacher Musikvereins nahmen auch die MusikerInnen der Waldenbucher Stadtkapelle die Gelegenheit wahr, um beim Großen Blasmusiktreffen ihre musikalische Visitenkarte durch ein viel gelobtes Programm abzugeben.

Wiedersehensfreude war groß
2015 gab es zwischen der Mylauer und Waldenbucher Bevölkerung letztmals anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der 1990 gegründeten Städtepartnerschaft Begegnungen. Das hohe Verkehrsaufkommen am Freitag lies es leider nicht zu, rechtzeitig zur Eröffnung der Feier durch den Reichenbacher Oberbürgermeister, Herrn Raphael Kürzinger und Ortsvorsteher Lutz Quellmalz anzureisen. Gegen 19.30h gab es ein herzliches Willkommen vor dem Hotel Milin durch Frau Ute Lochmann, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Andreas stets um das Wohlergehen der Gruppe kümmerte. Mit aktuellen Informationen und einem orangenen Schal als Waldenbucher Erkennungszeichen ausgerüstet, startete nach dem Zimmerbezug der Besuch des Festgeländes. Hightlight am ersten Abend waren im Burghof der Auftritt der Reichenbacher Schalmeienkapelle, die das Programm bereits mit dem Marsch zur Burg eröffnet hatte. Bald trafen sich erste bekannte Gesichter wieder und vor allem auch beim Bezug der Privatquartiere war die Wiedersehensfreude zwischen langjährigen Bekannten und Freunden aus Mylau und Waldenbuch groß. Der Abend endete individuell und wer Lust und Interesse hatte, konnte bei milden äußeren Bedingungen zwischen der Open-Air-Bühne und dem Friedenshein die zahlreichen Angebote auch zum Essen und Trinken ausprobieren und sich noch einen „Nachtisch“ nach dem gemeinsamen Gulaschessen im Festzelt sichern.

Feierlicher Festakt in der Stadtkirche am Mittag und Empfang der Delegierten der Partnerstädte im Burgsaal bei strahlendem Sonnenschein
Am Samstag folgten nach einem reichhaltigen Frühstück die Waldenbucher Gäste der Einladung zum Sektempfang anlässlich des Städtepartnerschaftstreffen, welches von Frau Firnhaber als erste Vorsitzende mit einer sehr persönlichen Rede eröffnet wurde. Oberbürgermeister Raphael Kürzinger und der Mylauer Ortsvorsteher Lutz Quellmalz hießen alle Gäste aus den Partnerkommunen ebenfalls herzlich willkommen und freuten sich über die in Mylau vor allem unter Bürgermeister Christoph Schneider in seiner erfolgreichen Amtszeit von 1990 bis 2015 gepflegten und entstandenen Partnerschaftsbeziehungen. Beide sicherten zu, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die gewachsenen Beziehungen persönlich bestmöglich unterstützen und fortführen zu wollen. Nach den Grußworten der einzelnen Delegationen und dem Dank an die Gastgeber für die Einladung nach Reichenbach bzw. Mylau fand die Übergabe der Gastgeschenke statt. Schülerinnen und Schüler aus Mylau hatten für alle Gäste ein individuelles Bild gemalt, welches von Schülern überreicht wurde. Die italienischen Vertreter aus Montecarlo/Lucca überreichten in Dankbarkeit und Wertschätzung an Herrn Martin Mertinat ein Porträt seiner Frau, welches ein italienischer Künstler extra angefertigt hatte.

Festlicher Festakt anlässlich des 650 jährigen Stadtrechts in Mylau
Mittags bot die Stadtkirche Mylau einen wunderschönen Rahmen für den feierlichen Festakt anlässlich des 650-jährigen Stadtrechts in Mylau. Mit der Bürgerschaft und den Vertretern aller Mylauer Partnerstädte fand dieser Festakt statt. Nach der Ansprache von Oberbürgermeister Raphael Kürzinger und dem Grußwort von Ortsvorsteher Lutz Quellmalz führte Radiomoderator, Herr Bachmann, gekonnt durch die Interviewrunde mit den Vertretern aller Partnerstädte. Alle berichteten, welchen Stellenwert sie der Partnerschaft beimessen und welche Ziele erreicht wurden. Zudem beantworteten alle Gäste der Interviewrunde, was sie sich für die Zukunft wünschen. Mit Hilfe von Dolmetschern konnten auch die Sprachbarrieren locker übersprungen werden und alle Vertreter waren sich einig, dass der persönliche Austausch zwischen Menschen auch anderer Nationen der unerlässliche Baustein für ein friedvolles Europa in der Zukunft sein wird. Für Kinder und Jugendliche könnten so die heute verantwortlichen Generationen die bedeutsame Grundlage für ein Wohlergehen in Europa und weltweiten Frieden schaffen.

Burggarten, Festzelt und Open-Air-Bühne bieten tolles Angebot am Samstagnachmittag
Während der Burggarten von Kindern erobert wurde, fand im Festzelt unter dem Motto „It’s time for Blasmusik“ das große Blasmusiktreffen mit der Stadtkapelle Waldenbuch 1888 e.V., dem Gesangverein Liederkranz Rotschau, „BlechREIZ“, den Wernesgrüner Blasmusikanten und dem Musikverein Mylau-Reichenbach statt. Die in Bestbesetzung angetretenen Waldenbucher Musikerinnen und Musiker zeigten unter Leitung von Dirigent Nicolas Pfeifle ihr musikalisches Repertoire und brannten bereits am Nachmittag ein erstes Feuerwerk in musikalischer Form ab. Beim Auftritt des Gesangvereins Liederkranz Rotschau unterstütze Gustl Rebmann vom Liederkranz Glashütte 1899 e.V. die Sängerkollegen.

Galerie von Ehrenbürger Josef Wetzl
In der Burgstraße 9 befindet sich die Galerie des 2015 verstorbenen Mylauer Ehrenbürgers und Künstlers Josef Wetzl. Besucher und Gäste waren zur Vernissage und Sonderausstellung herzlich willkommen. Im Barocksaal folgen auch interessierte Waldenbucher dem Vortrag von Frau Dr. Lenka Bobkova mit dem Titel „Karl IV. als europäischer Herrscher am Beginn der Neuzeit“. Museumsleiterin Frau Sina Klausnitz hatte im Roten Turm zudem einen Fotoschatz aus dem Archiv der Öffentlichkeit an Stellwänden aufgebaut. Unter dem Motto „ Weißt du noch? Kennst du doch!“ war die Mylauer Bevölkerung eingeladen, um Namen und Geschichten zu den Bildern aufzuschreiben.

Volles Festzelt am Samstagabend mit Feuerwerk
Nach einer tollen Zugabe der Stadtkapelle Waldenbuch 1888 e.V. mit einer halbstündigen Überziehung folgten im Festzelt die Auftritte von Schlagersängerin Daniella Rossini und ab 21 Uhr der Auftritt der Partyband „SURPRISE“ aus Bayern bzw. Franken. Das volle Festzelt leerte sich an diesem Abend lediglich um 22.45 Uhr, als das Burgfeuerwerk „Pyrodreams“ abgebrannt wurde.

Musikalischer Gottesdienst - „Du meine Seele singe“ am Sonntag
In der Stadtkirche Mylau eröffnete Frau Pfarrerin Ulrike Penz den ökumenischen Gottesdienst um 10 Uhr. Durch den gelungenen Auftritt vom Posaunenchor Reichenbach/Neumark/Mylau und Gäste, der Trinitatis-Kantorei Reichenbach und dem Kirchenchor Mylau unter Leitung von Carsten Hauptmann gelang es die zahlreichen Besucher für die Musik und zum Mitsingen zu begeistern. Frau Penz wünschte mit der Apostelgeschichte Kapitel 16 den Besuchern die notwendige Kraft für Veränderungen. Veränderungen bei sich selbst und bei anderen. Nach dem Segen erfuhr das Lied „Du meine Seele singe“ so viel Anklang, dass es nochmals im Stehen gemeinsam miteinander gesungen und musiziert vorgetragen wurde. Gegen Ende des Gottesdienstes überbrachte Dr. Abraham Kustermann für die Waldenbucher Kirchengemeinden ein Grußwort.

Städtepartnerschaftstreffen endet beim Mittagessen im Futurum-Gymnasium
Bei einem gemeinsamen Mittagessen stärkte sich die Waldenbucher Delegation für die Rückfahrt. Herr Dirk Postler als persönlicher Referent bedankte sich nochmals bei den Gästen im Namen des Oberbürgermeisters Raphael Kürzinger für das tolle Miteinander und überreichte eine „ Starkes Stück Heimat“. Neben einem Ebereschen-Likör mit dem Motiv der Gölschtalbrücke wurde der Stadt auch ein Band zum Freistaat Sachsen überreicht. Die Unterlagen und Geschenke sind in der Stadtbücherei auf den Kalkofen ab nächste Woche ausgestellt. Hierzu zählt auch ein Band der Kommune Montecarlo mit dem Titel „Castrum Pulchrum“. Interessierte Mitbürger sind herzlich zum darin Blättern und Lesen in die Stadtbücherei eingeladen.

Waldenbucher Busse kommen am Sonntagabend wieder gut in der Heimat an
Auf der Rückfahrt mussten die beiden Busfahrer ihr ganzes Können unter Beweis stellen, um die Busse gekonnt durch Starkregen, Wind und Sonnenschein zu führen. Während die einen die notwendige Auszeit nahmen, um ihre Kraftreserven wieder aufzutanken, verfolgten die anderen mit Spannung die Fußballergebnisse der 2. Bundesliga und die Wahl in NRW.

Fazit: Städtepartnerschaften in Europa sind top aktuell und sollten auch künftig gepflegt werden
Dank dem guten Miteinander und der hervorragenden Atmosphäre in den beiden Reisegruppen war der Besuch in Reichenbach bzw. in Mylau ein gewinnbringendes Erlebnis, welches noch lange in positiver Erinnerung der beteiligten bleiben dürfte. Mit den Worten „Au revoir“, „Arrivederci“, „Neuvidí“, „Auf Wiedersehen!“ endeten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer drei abwechslungsreiche, kurzweilige Partnerschaftstage im Vogtland.

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Herr Ralph Hintersehr

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