Der Naturpark Schönbuch
Mitten im dicht besiedelten und hoch industrialisierten Neckarland liegt das große und naturnahe Waldgebiet des Schönbuchs. Es ist als Ausflugsziel für die erholungs- suchende Bevölkerung, als Heimat von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, als Luftfilter und Sauerstofflieferant unersetzlich und produziert daneben auch noch den umweltfreundlichen nachwachsenden Rohstoff Holz. Als Ende der 60er Jahre geplant war, den Großflughafen für Stuttgart mitten im Schönbuch zu bauen, konnte dies der Widerstand weiter Bevölkerungskreise und offizieller Stellen verhindern. Dies gab Anlass, dass 1972 die ausgedehnten Waldungen zwischen Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg und Tübingen zum Naturpark erklärt wurden.
Naturpark und Erholung
Mit seinen 156 Quadratkilometern - das entspricht der Fläche des Fürstentums Liechtenstein - gehört der Schönbuch zu den kleinsten Naturparken in der Bundesrepublik. Im Ballungsraum des mittleren Neckars jedoch spielt die größte zusammenhängende Waldfläche als Naherholungsgebiet eine wichtige Rolle.1,6 Millionen Menschen leben in einem Umkreis von 30 Kilometern, und an Frühlingstagen sind es bisweilen 100.000 und mehr Erholungssuchende, die den Schönbuch wandernd, spazierend oder radfahrend durchstreifen.
Erreichbar ist der Schönbuch mit dem Auto. Energie- und umweltschonender allerdings kann der Ausgangspunkt für eine Wanderung mit dem Bus oder der Bahn angesteuert werden. Neben regionalen und kommunalen Buslinien bietet sich hierfür die Schönbuchbahn an, die von Böblingen (S-Bahnanschluss aus Stuttgart) bis Dettenhausen fährt. 1999 wird auch die Ammertalbahn von Tübingen und Herrenberg wieder für den Personenverkehr eröffnet. Die Freizeitmöglichkeiten sind vielfältig. Auf dem gut ausgeschilderten Wegenetz findet sich für jeden eine passende Route.
Sportbegeisterte trimmen sich, Kulturinteressierte können den Lehrpfaden folgend nach Spuren der Römer forschen. 84 Feuerstellen und 38 Spielplätze laden ein zu Rast und Spiel; 75 Hütten bieten Schutz vor Regen und Sturm; 38 Brunnen und Wasserstellen erfrischen müde Wanderer. Vergeblich sucht man indessen Abfalleimer im Naturpark. Da der zurückgelassene Müll der jährlich 4 Millionen Erholungssuchenden zum ökologischen und finanziellen Problem geworden war, ließ die Naturparkverwaltung vor einiger Zeit sämtliche Behälter abmontieren. Die erfolgreiche Aktion trägt das Motto: "Nimm die Erinnerung mit ... und den Abfall!"
1997, rechtzeitig zum 25jährigen Jubiläum, erhielt der Naturpark ein neues, einheitliches Beschilderungssystem, welches es auch dem ortsunkundigen Besucher ermöglicht, die Landschaft des Schönbuchs zu genießen. Als Ergänzung hierzu wurden ein Übersichtsplan und sieben Rundwegefaltpläne aufgelegt, die inhaltlich dem Besucherleitsystem entsprechen und als Unterstützung bei der Wanderung dienen sollen. Sie sind beim Naturpark gegen einen kleinen Unkostenbeitrag erhältlich. Anruf oder Mail genügt und die Pläne werden Ihnen zugeschickt.
Ebenfalls 1997 wurde das neue Besucherinformationszentrum des Naturparks im Schreibturm des Klosters Bebenhausen eröffnet, in dem sich der interessierte Besucher über den Naturpark Schönbuch, seine Ziele, seine Geschichte, seine Geologie und über Tier- und Pflanzenarten des Naturparks ausführlich und auf vielfältige Art und Weise informieren kann.
Waldlehrpfad Betzenberg (Waldenbuch)
Nahe bei der Burkhardtsmühle befindet sich der Wanderparkplatz "Scherwässere". Von dort ist der 3,5 km lange Waldlehrpfad Betzenberg mit seinen 7 vorbildlich aufbereiteten Schautafeln leicht zu erreichen. Verständlich formulierte Texte geben Auskunft über allgemein Wissenswertes, über Bodenpflanzen, Vogelwelt, Waldgeschichte, Siedlungsgeschichte, Geologie und die Bedeutung von Waldnamen wie "Mädleswiesen". Vom Steinbruch bis zum Tümpel, vom Kinderspielplatz bis zur Grillstelle bietet der Betzenberg-Lehrpfad für jeden in der Familie etwas auf einer gut anderthalbstündigen Wanderung.
