Bebauungsplan Liebenau VII

Der Gemeinderat der Stadt Waldenbuch hat in öffentlicher Sitzung am 30. Januar 2018 mehrheitlich beschlossen, den Bebauungsplan "Liebenau VIIC gem. § 2 Abs. 1 BauGB aufzustellen.

In seiner Sitzung am 15. Mai 2018 hat der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung den Vorentwurf des Bebauungsplans gebilligt. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit fand im Zeitraum vom 21.05.2018 bis 22.06.2018 statt.

Anlass der Planung

Die Stadt Waldenbuch hat im Zuge der aktuellen Flächennutzungsplanfortschreibung entschieden die bereits seit rund 20 Jahren im Flächennutzungsplan dargestellte Wohnbaufläche "Liebenau VII“ zu entwickeln. Nun soll die Umsetzung der planerischen Entscheidung, durch die Aufstellung des Bebauungsplanes, erfolgen.

Das Plangebiet liegt in einer im Nordosten von Waldenbuch liegenden Siedlungslücke und wird von drei Seiten von Wohnbebauung umschlossen. Das Plangebiet stellt somit eine sinnvolle Ergänzung der bereits vorhandenen Wohnbebauung an der Schillerstraße / Hintere Weinberge / Am Waldrand, dar.

Abbildung 1: Auszug aus dem Flächennutzungsplan 2005
Abbildung 1: Auszug aus dem Flächennutzungsplan 2005

Ziele und Zwecke der Planung

Ziel und Zweck der Planung ist es, ein qualitativ hochwertiges Wohngebiet, angrenzend an die bestehende Wohnbebauung zu schaffen, welches der Nachfrage nach Wohnbauflächen gerecht wird.

Die Stadt Waldenbuch verfügt über keine Neubauflächen mehr, die Interessenten angeboten werden können, während gleichzeitig der Bedarf im Bereich Wohnen in den letzten Jahren zugenommen hat. Der Nutzungsdruck entsteht zum einen durch ortsansässige Bewohner, deren Kinder bzw. junge Familien in Waldenbuch weiter gerne wohnhaft bleiben möchten, zum anderen durch die hohe Standortgunst der Stadt.

Für den gesamten Raum des Gemeindeverwaltungsverbandes Waldenbuch - Steinenbronn gilt, dass eine hohe Standortgunst durch die günstige Lage im Verdichtungsraum Stuttgart geben ist.

Die hohe Standortgunst der Stadt Waldenbuch und die attraktive Wohnlage bedingen nun eine Ergänzung der Ortslage. Dabei soll die vorhandene Struktur ebenso berücksichtigt werden, wie das städtebauliche Erscheinungsbild, welches durch die vorhandene Topographie von besonderer Bedeutung ist. In die städtebaulichen Überlegungen fließen die Größe der Stadt, die gewachsenen Siedlungsstrukturen im Allgemeinen und der direkt angrenzenden Nachbargebiete und Flächen ein.

Aufgrund der Anknüpfung an bestehende Wohnbebauung ist lediglich eine "geringfügige“ Erweiterung der vorhandenen Infrastruktur (z.B. Straßen) notwendig. Verschiedene Erschließungsvarianten liegen für das Plangebiet bereits vor: Eine Variante beinhaltet die Durchbindung der Schillerstraße zu der Straße Am Waldrand. Eine Variante verfolgt die Verlängerung der Schillerstraße mit Wendemöglichkeit. Der Technische Ausschuss hat in öffentlicher Sitzung am 26. Juli 2016 mit einer Enthaltung mehrheitlich beschlossen, dem Gemeinderat die der Anlage 2 zu entnehmende Variante 1 mit Durchbindung der Schillerstraße zu empfehlen. Im Bebauungsplanverfahren wird diese planerische Konzeption weiter entwickelt.

Eine große Qualität des Plangebiets ist die Lage mit Ausblick über Waldenbuch (Südhang). Diese besondere Lage muss jedoch auch durch bauliche Maßnahmen berücksichtigt werden.

Die Aufstellung des Bebauungsplans Liebenau VII könnte durch §13 b BauGB in einem beschleunigten Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden. Zur Rechtssicherheit des Bebauungsplanverfahrens ist es der Stadtverwaltung wichtig das Verfahren in einem "klassischen“ Bebauungsplanverfahren durchzuführen. Eine Ausführung der Unterschiede von beiden möglichen Verfahren ist der Anlage 3 zu entnehmen.

Erschließungsvarianten

Der Gemeinderat der Stadt Waldenbuch hat in öffentlicher Sitzung am 30. Januar 2018 mehrheitlich beschlossen, die in Abbildung 2 zu entnehmende Erschließungsvariante mit Durchbindung der Schillerstraße für das Gebiet Liebenau VII für das Bebauungsplanverfahren aufzunehmen.

Abbildung 2: Erschließungsvariante 1, durchgehende Straßendurchführung
Abbildung 2: Erschließungsvariante 1, durchgehende Straßendurchführung
Abbildung 3: Visualisierung der durchgehenden Straße
Abbildung 3: Visualisierung der durchgehenden Straße

Topographie

Bei dem Plangebiet selbst handelt es sich um eine Südhanglage. Das Gelände fällt von ca. 397m ü. NN im Nord-Westen auf ca. 385m ü. NN im Süd-Westen bzw. 377m ü. NN im Süd-Osten kontinuierlich ab.

Gutachten / Untersuchungen

1. Geologische Untersuchung Büro Vees und Partner

Zur direkten Erkundung der Untergrund- und Grundwasserverhältnisse am geplanten Standort wurde das Büro Prof. Dr. Ing. E. Vees und Partner Baugrundinstitut GmbH aus Leinfelden-Echterdingen beauftragt. In dem beigefügten Gutachten vom 29.April 2015 bzw. ergänzend 30. April 2018 werden folgende Hinweise zur Planung und Bauausführung gegeben: (Auszug aus dem Gutachten, S. 18f)

"9 Hinweise zur vorgesehenen Bebauung"
(…). Generell sind folgende Grundsätze zu beachten:

  • Die Gebäude sind so auszusteifen, dass sie kleinere Hangbewegungen ohne Schaden mitmachen können (Untergeschosse als steife Kästen ausbilden, s.u.)
  • Anbauten sind jeweils vom eigentlichen "Kastengebäude" konstruktiv zu trennen und in sich selbst auszusteifen.
  • Fundamentsohlen sollen unterhalb potentieller Gleitflächen angeordnet werden (s.u.).
  • Die Gebäude sind mit einem funktionsfähigen Dränsystem gemäß DIN 4095 zu versehen.
  • Größere Erdanschüttungen (z.B. talseitige Terrassen) oder permanente Abgrabungen sind zu vermeiden, um das Hanggleichgewicht nicht in ungünstiger Weise zu verändern.
  • Es dürfen keine Einsickerungen in den Untergrund stattfinden.

(…). Wir halten es jedoch erforderlich, dass für jedes Bauvorhaben in dem neuen Baugebiet eine spezielle geotechnische Beratung erfolgt. (…)

Weiterhin ist es aus Sicht der Stadtverwaltung ratsam, im Vorfeld der Maßnahmen eine Beweissicherung an Gebäuden von einem öffentlich bestellten Sachverständigen erstellen zu lassen.
Auf das Gutachten sowie auf die darin enthaltenen Empfehlungen und Hinweise wird verwiesen.

2. spezielle artenschutzrechtliche Prüfung und Umweltbericht

Die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung liegt im Vorentwurf vor (siehe Anlage), die Entwurfsfassung folgt nach Abschluss der ergänzenden Untersuchungen zur Haselmaus sowie dem Vorliegen des Vergrämungskonzepts für die Zauneidechse:

Eine Voreinschätzung der sonstigen Umweltbelange wurde von Herrn Arnold dem Gremium vorgetragen. Nach Zustimmung des Gemeinderats zum Vorentwurf des Bebauungsplanes wird Herr Arnold einen Vorentwurf des Umweltberichts zum Bebauungsplan erarbeiten.

3. Verkehrsgutachterliche Stellungnahme

Zur Erstellung des Bebauungsplan-Vorentwurfs hat das Ingenieurbüro brenner BERNARD eine Verkehrsuntersuchung im Gebiet durchgeführt, da durch den Straßendurchbruch auch etwaige Verlagerungseffekte untersucht werden müssen. Hierzu wurde am Dienstag, 17.04.2018 eine Verkehrszählung über 24 Stunden durchgeführt.
Da die Zunahme des Verkehrs sowohl in der Straße Am Waldrand als auch in der Schillerstraße als sehr gering bewertet wurde, sind keine weitergehenden Maßnahmen bezüglich des Verkehrs erforderlich.

Ansprechpartnerin

Frau Katharina Jacob

Ordnungsamtsleiterin

Bild des persönlichen Kontakts Frau Jacob
Telefon 07157 1293-20
Fax 07157 1293-74
Gebäude: Altes Rahaus
Raum: 6

Öffnungszeiten

Tag Kontaktzeit
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Di. 13:00 -16:00 Uhr
Mi. 8:00 -12:00 Uhr
Do. 15:30 -18:30 Uhr
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