Zum Jahreswechsel 2017 / 2018

„Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise.Und werden kann nur, was schon immer war.Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise.Und dem Dezember folgt der Januar.“

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,sehr geehrte Gäste unserer Stadt, von Erich Kästner aus „Der dreizehnte Monat“ stammen diese Worte. In den Stadtnachrichten haben viele Autoren, Berichterstatter, Kritiker, Politiker, Gewerbetreibende, Kulturschaffende, Haupt- und Ehrenamtliche Worte über das Leben in unserer Stadt in den Ausgaben des Jahres 2017 formuliert. Heute gelten zunächst allen „Journalisten“ mein Dank und meine Anerkennung im Namen aller Leserinnen und Leser. Der Umfang der Berichte, die Kreativität der Verfasser, die Aktualität der Beiträge belegen eindrucksvoll: In Waldenbuch ist immer etwas geboten – wir würden auch noch in einem dreizehnten Monat gestalten, organisieren und präsentieren….
 
Nach dem erfolgreichen 44. Weihnachtsmarkt am vergangenen Samstag ist es jetzt aber auch wieder Zeit, um vom vielen Arbeiten im Haupt- bzw. Ehrenamt etwas Abstand zu gewinnen. Was das neue Jahr bringt, wissen wir nicht. Welche Aufgaben und Herausforderungen bereits wieder hinter uns liegen ist bekannt. Jetzt ist Zeit für einen ruhigen 4. Advent bzw. Heiligen Abend, ein besinnliches Weihnachtsfest mit wenigen Verpflichtungen, um Zeit im Kreis der Familie zu verbringen. Vor dem Jahreswechsel blicken wir zurück und weltweit wünschen sich Menschen „Frieden auf Erden“. Aus Ottawa, Kanada erreichten mich Anfang des Jahres von einer ehemaligen Mitbürgerin folgende Worte:
 
„1940 wurden meine Eltern von Rumänien nach Polen auf einen Bauernhof umgesiedelt! Dann im Januar 1945 mussten wir flüchten und wieder alles zurücklassen. Unser Vater kämpfte in Kiew gegen die Russen. Und unsere Mutter musste mit ihren 6 Kindern in einem überdeckten Wagen von Pferden gezogen in einem langen Treck mit tausenden anderen Menschen Richtung Deutschland fahren. Es war bitter kalt und es gab sehr wenig zu essen für alle. Die Menschen und Tiere mussten auch die zugefrorenen Flüsse - Weichsel und Oder - überqueren, die Brücken waren alle kaputt. Nach 2 Monaten, jede Nacht unter freiem Himmel, kamen wir in Hannover an. Nach Kriegsende fuhren wir Anfang 1946 mit dem Zug nach Stuttgart – unsere Vorfahren kamen aus Baden-Württemberg. Wir wurden in Waldenbuch als erste Heimatvertriebene aufgenommen und bekamen 2 Zimmer für unsere Familie zugeteilt, wo wir 5 Jahre im Schloß wohnten. Unser Vater kam Ende 1947 von der russischen Kriegsgefangenschaft nach Waldenbuch, er hat uns durch die Rote Kreuz Hilfe gefunden. Meine Eltern bauten ein Haus, oben an der Ramsbergstraße für die Familie, wo wir 1951 einziehen konnten. Unsere Mutter lebte bis 2007 in dem Haus und verstarb mit 92 Jahren. Obwohl ich nur 14 Jahre in Waldenbuch wohnte, habe ich viele schöne und gute Erinnerungen und ein Stückle von meinem Herzen hängt noch immer an meinem, alten, unvergesslichen, schönen Heimatstädtle in Germany!“  
PS: unser Sohn Peter machte im Juli 2016 mit seinen 2 Töchtern, Jennifer (19) und Meggie (16) Urlaub in Germany und um Verwandte zu besuchen. Unsere Enkeltöchter kamen ganz begeistert zurück, Waldenbuch hat ihnen am besten gefallen mit den vielen schönen Fachwerkhäusern und dass ihre Oma früher vor 70 Jahren im Schloß gewohnt hat! Sie haben auch die Ritter Sport Schokoladenfabrik besucht. Früher war es was Besonderes, wenn die Oma viele Verwandtschaftsbesuche machte in der alten Heimat und für alle Enkel, die gute Ritter Sport Schokolade mitbrachte! Heute wird die RS auch in Canada eingeführt. Wir hoffen, dass wir beide gesund bleiben und planen für 2018 (da werden wir beide 80 Jahre) noch einmal unsere alte Heimat zu besuchen und ein Familientreffen zu haben!“
 
Diese Worte, die einen Teil einer Familiengeschichte umschreiben, sollten immer wieder auch unser eigenes Tun und Handeln im Alltag beeinflussen. Gegenseitiger Respekt, Hilfsbereitschaft, Verständnis, Dankbarkeit, Achtung, Wertschätzung über Nachbarschafts-, Generationen-, Religions-, Kultur- und Sprachgrenzen hinweg stärken unseren Zusammenhalt und machen auch das Teilen und Miteinander in unserer Stadt zu einem positiven Erlebnis.

Ihren Plänen für das Jahr 2018 wünsche ich gutes Gelingen. Für die Zusammenarbeit im Laufe des Jahres darf ich mich auch im Namen des Gemeinderats sowie meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie persönlich recht herzlich bedanken. Sollten wir im kommenden Jahr etwas „besser machen können“, so lassen Sie dies uns wissen. Ich freue mich auf weitere Gespräche und Begegnungen in unserer Stadt.
 
Helfen Sie auch künftig bitte bei unserer Stadtentwicklung mit!

Bleiben Sie bzw. werden Sie 2018 gesund!

Michael Lutz
Bürgermeister

(Erstellt am 20. Dezember 2017)

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